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Erfahrungsberichte aus dem Tierheim - 1500 Hunde seit 2001 vegetarisch

 

1. Wie heißt Ihr Hund, wie alt ist er, welches Geschlecht hat er, welcher Rasse oder Mischung gehört er an, seit wann lebt er bei Ihnen und woher haben sie ihn?

Es geht hier nicht nur um einen Hund, sondern um sehr viele: ein ganzes Tierheim, nämlich das Tierheim Siegen. Von klein bis groß, jung bis alt, manche Hunde sind nur ein paar Tage im Tierheim, andere sind schon seit zwei Jahren dort und heute noch da. Im Durchschnitt leben im Tierheim Siegen etwa 50 Hunde. Dieser Erfahrungsbericht umfasst ca. 1.500 Hunde, die seit Herbst 2001 dort vegetarisch gefüttert wurden. Ich habe im Tierheim Siegen von 1994 bis September 2003 mindestens zweimal wöchentlich die Hunde gefüttert.


2. Seit wann füttern Sie Ihren Hund vegetarisch? Was füttern Sie und was haben Sie vor der Futterumstellung gefüttert?

Die Futterumstellung auf vegetarisches Futter hat im Tierheim Siegen im Herbst 2001 stattgefunden. Die Hunde bekamen dann hauptsächlich veg. Trockenfutter, meist aber gemischt mit Flocken (Gemüse-, Getreide- und Reisflocken), Nudeln, Gemüsebrühe, veg. Würstchen oder auch einer Dose veg. Futter. Von mir bekamen sie fast immer eine Mischung aus Nudeln in Gemüsebrühe mit Trockenfutter. Das war eigentlich kein Unterschied zu der vorherigen Fütterung, nur dass es eben nun vegetarisches Futter war (vorher gab es herkömmliches fleischhaltiges Trockenfutter, Flocken und Dosenfutter aller erdenklicher Sorten, hin und wieder abgelaufene Fleisch- und Wurstwaren aus Supermärkten).

 

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1.500 Tierheimhunde
seit 2001 vegetarisch

3. Gab es Schwierigkeiten wie Akzeptanzprobleme bei der Futterumstellung? Wenn ja, wie haben Sie dieses Problem gelöst?

Hunde, die ins Tierheim kommen, erleben ja immer sofort eine Futterumstellung, denn sie bekommen nie genau das, was sie in ihrem alten Zuhause bekamen. Ich habe es früher (also vor der vegetarischen Fütterung) oft erlebt, dass neue Hunde das Trockenfutter nicht anrührten, woraufhin sie eine Dose Chappi oder ähnliches vorgesetzt bekamen, die ganz mäkeligen Futterverweigerer versuchte man oft, mit einer Dose Katzenfutter zum Fressen zu bewegen. Und genau dieses Futter stand sehr oft noch am nächsten Morgen unberührt im Napf.

Umso erstaunter war ich, dass mir das mit dem vegetarischen Hundefutter fast nie passiert ist: Wenn ich Abends fütterte und 10 Minuten später die Futternäpfe kontrollierte, waren sie in aller Regel leer (oder sind die Hunde generell heutzutage verfressener als noch vor ein paar Jahren?). Bei den 1-2 Hunden, die nichts oder wenig gefressen hatten, reichte oft ein weiterer Schuss Gemüsebrühe übers Futter, in "ganz schlimmen Fällen" gab es "Vegusto", veg. Würstchen oder Selbstgekochtes übers Futter. Und spätestens dann gab es keinen gesunden Hund, der nichts gefressen hatte.

Ein wichtiges Thema im Tierheim ist auch immer: wie bekomme ich den Hund dazu, seine Medikamente (Tabletten) zu nehmen? Von meinen Varianten, Pille in "Wurst" (Vegusto oder veg. Würstchen), in veg. Dosenfutter oder in Schmelzkäse (heute würde ich Soja-Käseersatz nehmen) funktionierte immer mindestens eine. Vorher wurden Pillen immer in Leberwurst verabreicht, aber darauf konnte ich seit der Einführung der vegetarischen Fütterung zu 100% erfolgreich verzichten.

4. Warum füttern Sie Ihren Hund vegetarisch und wie sind Sie an Informationen zur vegetarischen Fütterung gekommen?

Im Tierheim Siegen wurde im Jahr 2001 beschlossen, die Hunde vegetarisch zu füttern. Es geschah in erster Linie aus ethischen Gesichtspunkten, denn ein Tierschutzverein, der sich als satzungsgemäßes Ziel den "Schutz aller Tiere" auf die Fahnen geschrieben hat, kann schlecht sagen, einige Tierarten sind mir den Schutz wert, andere aber nicht, und deswegen töte ich die einen, um die anderen damit zu füttern (natürlich tötet man nicht selbst, aber man lässt andere Leute Tiere sozusagen im Auftrag töten, was kein Unterschied ist). Umso drastischer wird es vor dem Hintergrund, dass im Tierheim Siegen natürlich auch sehr viele "potentielle Futtertiere" leben (Hühner, Schafe, Schweine, Kaninchen...), die genauso gehegt, gepflegt und geliebt werden wie die Hunde. Vor dem Hintergrund der Möglichkeit einer vegetarischen Hundeernährung ist es einfach moralisch nicht vertretbar, Tiere unnötiger Weise an andere Tiere zu verfüttern, vor allem, wenn es sich bei dem Hundehalter noch dazu um einen Tierschutzverein (nicht etwa einen "Hundeschutzverein"...) handelt.

Bis ein engagierter Tierfreund auf das Tierheim zukam mit der Frage "Warum füttert ihr die Hunde eigentlich nicht vegetarisch", war auf diese Idee einfach noch niemand gekommen, wahrscheinlich lag es daran, dass Informationen zum Thema zu diesem Zeitpunkt noch alles andere als vielfältig und leicht zugänglich waren. Nachdem man im Tierheim Siegen sämtliche erhältliche Informationen (z.B. die Studien von PeTA und Radka Engelhard) zum Thema "vegetarische Hundefütterung" zusammengetragen und studiert hatte, gab es einen einstimmigen Beschluss von Vorstand, Beirat und Tierheimpersonal pro veg. Fütterung und die gute Idee wurde sofort in die Tat umgesetzt.

5. Wie ist der Gesundheitszustand Ihres Hundes? Ist er heute öfter oder seltener krank als vorher? Ist Ihnen irgendetwas ganz besonders aufgefallen?

Die Hunde sahen gut aus und waren fit und hatten im Gegensatz zu früher viel weniger häufig Durchfall. Angenehme Nebenerscheinung des vegetarischen Futters: früher stank es fürchterlich im Hundehaus, aber bei dem veg. Futter stinken weder die Hunde, noch deren Haufen. Und dass ein warmes veg. Würstchen in Gemüsebrühe mit Nudeln bedeutend angenehmer riecht, als eine Dose mit Fleischfutter oder Pansen, ist auch klar.

6. Falls Sie vegetarisches Fertigfutter füttern, welches füttern Sie genau?

Wir haben im Tierheim fast alle gängigen Trockenfuttersorten probiert und im Wechsel gefüttert, und es war keins dabei, von dem man sagen musste, dass die Hunde es ablehnen. Bei der Sortenauswahl achteten wir in erster Linie darauf, welche Sorten sich aufgrund ihrer Konsistenz gut zum mischen mit Feuchtfutter eignen (Yarrah, Regular vegetalis, Vets for Pets) oder welche Sorte besonders gerne trocken gefressen wird. Der Preis spielte natürlich auch eine wichtige Rolle.

7. Wie sind die Reaktionen von außen auf Ihren vegetarischen Hund?

Absolut zwiespältig, und lauter waren natürlich immer diejenigen (Fleischesser selbstverständlich), die uns als Tierquäler (hätte korrekt Hundquäler heißen müssen) beschimpften, die den armen Hunden das "lebenswichtige" Fleisch entziehen. Es ging soweit, dass man den Tierschutzverein sogar bezichtigte, ungenehmigte Tierversuche (!!!) durchzuführen! Eine Metzgerei wollte den Tierschutzverein enterben! Aber es gab auch sehr viel positives neugieriges Interesse, und viele Menschen die begeistert waren von konsequentem Tierschutz und den vegetarischen Hunden, wurden z.B. deshalb Mitglied im Tierschutzverein oder kamen von weit her, um ihren neuen Hund aus dem Siegener Tierheim zu holen. So mancher Mensch jedoch kam auch extra ins Tierheim, um zu schauen, ob die Hunde noch leben und ob in der Futterküche nur noch Möhrchen und Äpfel und trockenes Brot liegen und war dann ganz verwundert, die Hunde gesund und munter in den Gehegen herumrennen zu sehen.

Nach über 2 Jahren waren die Stimmen kontra vegetarische Hunde immer seltener geworden, die Menschen hatten sich dran gewöhnt und sahen, dass es den Hunden gesundheitlich überdurchschnittlich gut ging und es ihnen an nichts mangelte.

 

Meinung zu vegetarischem Futter:

 

Wer vegan oder vegetarisch lebt, der tut das meist aus Tierliebe. Logisch, dass viele Veggies Haustiere haben und ebenso logisch, dass sie die auch ohne Tierleichen ernähren wollen. Allein die Vorstellung, rohes Fleisch im Haus zu haben, es kaufen, anfassen und zubereiten zu müssen, löst bei vielen langjährigen Vegetariern Würgereiz aus. Dieses Stück vom toten Tier will man einfach nicht im Körper haben. Und das geliebte Tier soll das auch nicht haben müssen. Es gibt so gute Alternativen, die für Hund und Katze definitiv gesünder sind als herkömmliches Dosenfutter, selbst wenn es in goldenen Schälchen und mit „Jelly“ daherkommt.
Gern wird von Anti-Vegetariern ins Feld geführt, dass herkömmliches Hunde- oder Katzenfutter artgerechter sei, als vegane Tiernahrung. Das kann für normales Dosenfutter aber auf gar keinen Fall gelten. Herkömmliches Katzenfutter zum Beispiel enthält Rindfleisch und Schweinefleisch (Reste und Abfälle), was eine Katze in der Natur niemals bekommen würde. Ich habe jedenfalls noch nie eine Katze gesehen, die sich geifernd in die Lende einer Kuh verbissen hat. Auch Getreide und Zucker stehen normalerweise nicht auf dem Speiseplan der Katze in freier Natur. Katzen in freier Wildbahn zuckern ihre Mäuse nicht, bevor sie sie fressen. So viel zum Thema herkömmliches Dosenfutter sei artgerechter als vegetarisches Trockenfutter.
Mittlerweile gibt es auch genug Studien und Erfahrungswerte, die belegen, dass weder Hund noch Katze schlapp und krank werden, wenn sie sich von vegetarischem Futter ernähren. Es gibt also keinen Grund, sich zu verbiegen und seine Lebenseinstellung zu verleugnen. Hund und Katze erfreuen sich auch mit vegetarischem Futter bester Gesundheit.
Wer sich für eine vegetarische Lebensweise entschieden hat, möchte das Schlachten von Tieren nicht unterstützen. Wenn man sein Haustier aber mit Fleisch ernährt, fördert man damit ganz unweigerlich das Töten anderer Tiere! Das kann ein Veganer oder Vegetarier mit seinem Gewissen niemals vereinbaren. Ich halte es für scheinheilig und inkonsequent, selbst auf Fleisch zu verzichten, sein Haustier dann aber damit voll zu stopfen.

schrieb schattenlichtzine

 

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